Donnerstag, 14. Februar 2008

Valentinstag

Fürchterlich. Überall durch die Stadt laufen knutschende Pärchen und beschenkte Frauen strahlen heller als Tschernobyl, weil sich ihr Liebster dazu herabgelassen hat ganze fünf Euro für eine langstielige Rose auszugeben. Wie gut das ich in diesem Jahr herzlich wenig damit zu tun habe. Mit Amor stehe ich momentan eh auf Kriegsfuss, also bitte.

Aber mal ganz ehrlich. Möchte ich das mir mein Partner mir an diesem Tag eine Rose schenkt nur weil der Rest der Welt das auch tut (außer Brasilien, die feiern den Valentinstag am 12. Juni)?

Viel schöner fänd ich eine Aufmerksamkeit nur so. Weil er mich gern hat und ihm heute mal wieder klargeworden ist warum er mich so sehr liebt.

Muss auch keine Rose sein. Schön sind selbstgemachte Sachen; Muffins oder ein Abendessen bei Kerzenschein z.B. Und wenn es nur ein aus Jux hergestelltes Herz aus Alufolie ist (ja hab ich schon bekommen, very nice).

Und wenn er mir zu Valentin schon etwas schenken muss, dann bitte keine Blumen. Auch keine noch so tolle Rose. Ihr armen Männer wisst ja gar nicht was ihr da tut. Da ihr ja maximal zu eben beschriebenen Anlass Rosen kauft, könnt ihr ja nicht wissen das die Preise teilweise verdoppelt werden (wenn ich damit denn hinkomme)! Auch Schokoladenartikel werden schlagartig teurer.

Noch mal besser erklärt:

Blumenpreise und Valentinstag verhalten sich ebenso wie Kraftstoffpreise und Sommerferien. Da die Floristenbranche weiß das alle Blumen kaufen, können die sowas tun. Wenn ihr das gelesen habt ist es wahrscheinlich eh schon zu spät. Aber ihr habt jetzt fast ein ganzes Jahr Zeit euch was Originelles für nächstes Jahr zu überlegen, oder euch vorzunehmen mal einfach so etwas zu verschenken.

Jerry Lewis

Mit Humor kann man Frauen am leichtesten verführen, denn die meisten Frauen lachen gerne, bevor sie anfangen zu küssen.

Dienstag, 12. Februar 2008

Ich hab die Unschuld kotzen sehen

von Dirk Bernemann.

Kurzgeschichten und ein wenig Lyrik auf schockierende Art und Weise verpackt.

So zärtlich wie mit einem Vorschlaghammer der uns mit voller Wucht den Schädel zertrümmert wird hier von dem Leben verschiedener Charaktere berichtet, deren Leben auf irgendeine Weise miteinander verbunden sind. Es gehört meiner Ansicht nach ganz sicherlich in die Sparte schwer verdauliche Kost, doch wer die ersten zwei Seiten gelesen hat ohne es zu verbrennen, der wird es sicherlich auch zu Ende lesen. Sein brutaler Schreibstil verändert sich mit den Personen in deren Rolle er schlüpft und vermittelt so einen Einblick in ihre negative Welt.

Besonders bei dem lyrischen Teil muss man viel interpretieren um zu verstehen was der Autor hier zu verstehen geben will. Seine Abneigung gegenüber den Medien ist aber nicht zu übersehen.

Sein Buch will wohl eher schockieren als realitätsnah berichten, doch ist es gewiss auch nicht schlecht die Welt mal durch alles andere als durch eine rosarote Brille zu sehen. Mein Fazit: brutal und faszinierend zugleich - lesbar.

Erschienen bei Ubooks

Hermann Hesse

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.

Freitag, 8. Februar 2008

Kurt Tucholsky

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Empörung

Anfang der Woche erreichte mich folgende E-Mail meiner Freundin Jesse:

Hallo Julia,

ich bin empört und fassungslos, absolut fassungslos, ja sowas von total fassungslos, sorry aber das ist das einzige Wort was mir einfällt um zu beschreiben wie absolut fassungslos ich bin.

Sieh dir das hier mal an:
Meine Frau, die Spartaner und ich
(Meet the Spartans)
Komödie - USA 2008
Verleih: Fox
Start: 28.02.2008

Die Macher von "Fantastic Movie" und "Date Movie" lassen eine weitere peinsam-peinliche Parodie vom schrillen Slapstick-Stapel.

Nach Romantikkomödie und Fantasyfilm nehmen Jason Friedberg und Aaron Seltzer für ihre dritte gemeinsame Regiearbeit (inklusive Drehbuch) nun das Genre des Action-Historien-Epos - speziell Zack Snyders Schlachtenorgie "300" - in gewohnt kruder Manier aufs Korn. Dabei verfahren sie nach exakt gleichem Schema wie zuvor, indem die Hauptgagzielscheibe für ein rudimentäres Plotgerüst beliehen wird, das dann mit aneinander gereihten Popkulturreferenzen verkleistert wird. TV-Schauspieler Sean Maguire mimt König Leonidas, der seinen ersten Kampf mit einer wilden Pinguin-Bestie austrägt und kurz darauf die laszive Sexmieze Margo (Carmen Electra in ihrer Standardrolle) zu seiner Königin macht. Später vermöbelt er ihren gemeinsamen kleinen Sohn (um ihn zum Mann zu machen) - in unlustigen Szenen. Seine Aggression bekommen auch die Gesandten des Gottkönigs Xerxes (in diesem Fall kleinwüchsig und fettbäuchig) zu spüren. Leonidas stößt die Boten kurzerhand in seine Todesgrube, in der auch Popkulturplagen wie die "American Idol"-Baggage und Britney Spears ihr Ende finden. Anschließend hüpft Leonidas mit 13 seiner treuesten Soldaten (darunter TV-"Hercules" Kevin Sorbo) zu den Klängen des Discohits "I Will Survive" in den Krieg gegen das übermächtige Heer von Xerxes. Zuerst kommt es zum spastischen Dance-Off, dann zum scharfzüngigen Wortgefecht ("Deine Mama ist so fett, dass...") und nach dem Verrat durch eine Missgeburt namens Paris Hilton wird mit echten Waffen losgewütet, bis alle Spartaner endgültig flach liegen.

Gnade wird zumindest hinsichtlich der Filmlänge geübt, die sich auf kurze (aber geschmacklich keine Schmerzgrenze kennende) 65 Minuten beläuft. Als Hauptgag konzentrieren sich die Filmemacher darauf, die nicht allzu latente Homoerotik des Originals ins Visier zu nehmen, was auf die Dauer immer plumper wird. Bad-Taste-Einlagen gehören ebenso zum Parodie-Programm wie Filmzitate, die von "Casino Royale", "Happy Feet", "Transformers", "Spiderman 3", "Rambo" und "Ghost Rider" reichen. Manche Referenzen werden als besonderer Gag (oder zur Hilfestellung des Publikums mit besonders schlechtem Kurzzeitgedächtnis) gleich direkt erklärt. Darüber hinaus wird das Publikum mit dreistem Product Placement (alles unter fadenscheinigem humorigen Deckmäntelchen) bombardiert. Als Running Gag werden zudem die schlüpferfreien schlüpfrigen Eskapaden von Lindsay, Paris und Britney aufgegriffen und eine "Grand Theft Auto"-Videogame-Einlage untergebracht. Richtig amüsieren können sich Teenieboys, die anderen werden auf die nächste Zucker/Abrahams-Produktion hoffen. Platz Eins in den US-Kinocharts war allemal drin. ara.

Dies fand ich durch zufälliges rumsurfen im Internet auf dieser Seite:
https://freemailng1001.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fwww%2Ekino%2Ede%2Fkinofilm%2Fmeine%2Dfrau%2Ddie%2Dspartaner%2Dund%2Dich%2Finhalt%2F109750%2Ehtml%3FPHPSESSID%3D53ae9ca3e59d88f4860df0e6a82e2e8f

Nun ja, natürlich haben Britney und Co. es nicht besser verdient, als in so einem Film verarscht zu werden, aber das ausgerechnet so ein Epos wie 300 dafür herangezogen wird macht mich fassungslos.

Also bis dahin, in der Hoffnung das ich meine Fassung wieder finde.

deine Jesse

P.S. schreib das mal in deinem Blog ich finde die Welt muss es erfahren.
Ich werde dagegen wahrscheinlich einen Vereingründe, den Verein zur Förderung der Nichtverhunzung von, vom Verein für GUT befundenen, Filmen.


Ich hoffe sie hat sich mittlerweile wieder gefangen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie einen guten Kritiker.